Monitoring und Nutzung

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Nach Abschluss der Inbetriebnahme erfolgt die letzte Phase: die Nutzung. Nirgendwo können Nachhaltigkeitskriterien die Gesamtbilanz des Lebenszyklus derart beeinflussen wie in dieser Phase. Vier Aspekte sind dabei von besonderer Bedeutung: Das Nutzungsverhalten, Maßnahmen des Monitorings, Vorkehrungen bei sich ändernden Rahmenbedingungen sowie der Übergang in einen neuen Lebenszyklus.

Nutzerverhalten

Das reale Nutzerverhalten kann sich von den prognostizierten Werten stark unterscheiden. Beispielsweise wurde festgestellt, dass die für Passivhäuser vorgesehene winterliche Raumtemperatur von 20°C oft als zu kalt empfunden wird . Auch die Kalkulation des Stromverbrauchs oder der Reinigungskosten im Voraus erweist sich als schwierig und Maßnahmen zur Energieeinsparung werden häufig vergessen oder aus Bequemlichkeit unterlassen . Daher müssen im Vornherein Anreize dafür geschaffen werden, dass NutzerInnen sich sparsam verhalten. Anlagen müssen robust und einfach zu bedienen sein. Es ist grundsätzlich effektiver, die Zielwerte (z.B. Raumtemperatur) höher als den erwarteten Verbrauch zu setzen, da erzielte Einsparungen den NutzerInnen Erfolgserlebnisse bringen. Die Kommunikation zwischen NutzerInnen, Gebäudemanagement und Administrator muss sichergestellt sein.

Maßnahmen des Monitorings

Durch ständiges Monitoring können Umweltauswirkungen und Betriebskosten kontrolliert und der Nutzungskomfort gesichert werden. Darüber hinaus beweisen die Ergebnisse des Monitorings die Vorteile nachhaltig errichteter Gebäude und erhöhen somit die Akzeptanz für eine nachhaltige Baukultur.

Vorkehrungen bei sich ändernden Rahmenbedingungen

In der Umgebung eines nachhaltigen Gebäudes können sich aufgrund externer, unbeeinflussbarer Einflüsse die Rahmenbedingungen ändern. Bei einer Verschlechterung des Zugangs zu nachhaltiger Mobilität, dem Wegfall der regenerativen Energieversorgung oder einem Rückgang von Einrichtungen der Daseinsvorsorge – es müssen Lösungen gefunden werden. Oft können bereits in der Planungsphase second-best-Optionen für solche Situationen festgelegt werden.

Übergang zu einem neuen Gebäudelebenszyklus

Der ursprüngliche Nutzungszweck eines jeden Gebäudes wird einmal nicht mehr gegeben sein. Bereits heute stehen in vielen Städten und Dörfern Verwaltungs-, Büro- und Wohngebäude leer. In dieser Situation bestehen zwei Möglichkeiten: entweder wird das Gebäude abgerissen oder einer neuen Nutzung zugeführt. Es versteht sich von selbst, dass eine Umnutzung weitaus nachhaltiger ist als ein Abriss. In den wiederverwendeten Gebäudeteilen ist Energie gespeichert, die beim Abriss verloren gehen würde; im Rahmen der Umbauarbeiten können Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit durchgeführt werden. Ein nachhaltig errichtetes Gebäude ist so konzipiert, dass jede Umnutzung mit geringem Aufwand möglich ist.

Am Ende dieser Phase beginnt mit der Definition eines neuen Ziels ein neuer Lebenszyklus. Bei einer nachhaltigen Bauweise ist dieser Kreis geschlossen; das Gebäude ist wirtschaftlich rentabel, schafft Lebensqualität und hat keine negativen Effekte auf die Umwelt.


Sehen Sie hier einen Film zum Gebäudelebenszyklus am Beispiel von Vorarlberg CESBA-Film Vorarlberg

  1. Bedarf und Ziel
  2. Ausschreibung und Architektur
  3. Planung
  4. Ausschreibung Beschaffung
  5. Bauphase
  6. Inbetriebnahme
  7. Monitoring und Nutzung

Quellen

CESBA guide